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NWD 1 - New World Disorder

NWD New World Disorder

 

Preis  Ab CHF 10 im Netz

Nach Kranked 1 & 2 mussten sich alle weiteren Bikemovies an diesen Produktionen messen. Viele sind daran gescheitert… nicht aber Derek Westerlund. New World Disorder kam, sah… und siegte! NWD zeigt alle Facetten des Bikesports in ihren Extremformen. Diverse Neuigkeiten in diesem Streifen sind heute „must have“ Inhalte der aktuellen Produktionen. Nur schon der Einstieg ist heftig. Josh Bender setzt die Messlatte für unmenschliche Drops unglaublich hoch… zu hoch! Sein erster Versuch am Jawdrop in Kamloops B.C. lässt den Zuschauern auch noch heute das Blut in den Adern gefrieren. Wie kommt jemand auf die Idee, eine 18 m Felskante herunterzuspringen? Einfach KRASS!!!! Dafür gibt es kein anderes Wort.

Nach den Riesensprüngen sehen wir, wieviel Spass Singletrails machen können. Die Jungs düsen mit Highspeed durch die Gegend. Wunderschön anzusehen. Auch die DH- und DS Sequenzen aus dem Worldcup sind sehr gelungen. Was wären Bikemovies ohne Dirtjumps? John Cowan ist mit seinem Segment der Pionier aller Teilzeit Astronauten. Superman, 360s, Tabletops… einfach eindrücklich!

Richie Schley zeigt danach, wer der König von Whistler ist. Er scheint jedenfalls eine Menge Spass zu haben. Kein Wunder, bei seiner Fahrtechnik. Auch Robbie Bourdon und Joe Schwartz scheinen sich köstlich zu amüsieren. Vergnügt rasen sie über edle Trails, springen zwischendurch wieder eine Felswand herunter oder toben sich im Northshore aus. Wenn man bedenkt, dass diese Jungs zu diesem Zeitpunkt etwa 18 Jahre alt waren, ist ihre Leistung noch grösser einzuschätzen.

Sandboarder in einem Bikemovie? Ein wenig ungewohnt, aber trotzdem krank! Den Gesichtern und Narben zu urteilen mussten diese Jungs aber schon einige Male tüchtig Dreck fressen… just for fun! Mit Chris Kovarik und Michael Ronning sind im Anschluss zwei Australier auf der Piste. Wie kann man bloss so schnell fahren? Diese beiden Typen haben den letzten Jahren nicht ohne Grund im Worldcup für Furore gesorgt. Den Beweis dazu liefern sie auf NWD eindrücklich ab. Was aber Kris Holm auf seinem Einrad zeigt sollte eigentlich verboten sein. Egal ob North Shore Trails, Geländer oder 800 m Abgründe; er fährt alles auf seinem Unicycle. Wir hätte keine Chance, das gleiche auf zwei Rädern zu schaffen… irgendwie frustrierend… !

Wenn wir schon bei Frustrationen sind… dann sollte man jetzt spätestens abstellen! Wer Wheelies mehr oder weniger gut kann, weiss wieviel Mühe und Zeitaufwand dahinter steckt. Und Bobby Root lässt all diese mühsam erarbeiteten Fortschritte absolut lächerlich aussehen. Wir sind Zeugen von seinem Weltrekordversuch… ein Manual mit 70 Meilen pro Stunde. Dies sind etwa 130 km/h… und als wäre das nichts macht er im Anschluss gleich noch einen Nose-Manual mit knapp 60 Meilen (115 km/h). Dass er ein Alleskönner auf dem Bike ist, zeigt er gleich im Anschluss. Egal ob Freeriding, Speedpassagen oder Trialeinlagen; Bobby Root fühlt sich anscheinend überall zu Hause!

Hier übrigens der ganze Film in voller Länge auf YouTube

Fazit: ein Film, der die Messlatte nochmals massiv höher schraubte. Super Aufnahmen, super Fahrer, super Tricks. New World Disorder ist noch immer einer der absolut besten Bikemovies. Und wird es wohl auch bleiben. Und wenn man den üblichen Staubsauger/Schlagbohrer Soundtracks noch wechseln würde, wäre NWD ein Fall für die Ewigkeit. Sehr empfehlenswert!

NWD 2 - Fat Tire Fury

Preis

NWD II zeigt in schon in den Startsequenzen, dass hier der Vorgänger überboten werden soll. John Cowan und Timo Pritzel toppen mit dem Hell Track in New Mexico alles bisher gezeigte. Nur schon die Rampe ist furchteinflössend…. von den Sprüngen ganz zu schweigen. Und es gibt jede Menge Backflips, Superman Seatgrabs und 360s zu sehen. Im Anschluss an die Hobbypiloten ist wieder mal der kranke Mann auf dem Einrad unterwegs. Kris Holm demonstriert, dass auch ein Brückengeländer gut fahrbar ist. Kein Problem, er würde bei einem Fehler ja nur knapp 50 Meter in die Tiefe stürzen. Auch in den Wäldern von Vancouver wird nicht zwingend ein zweites Rad benötigt. Warum auch?

Bobby Root ist auch von der Partie. Wieder mit endlosen Speed Manuals. Er ist auch in Begleitung einer Gummipuppe mit dem Tandem in San Francisco unterwegs. Diese Stadtrundfahrt setzt er noch mit Manuals durch den Stadtverkehr fort. Für eine Bereicherung des Movies sorgt auch Anne Caroline Chausson. Wer denkt, dass Frauen immer gemütlich den Berg runterradeln, wird hier vom Gegenteil überzeugt. Die Frau ist einfach brutal schnell unterwegs!!! Ihr Landsmann Nicolas Vouilloz gibt auch noch eine Kostprobe seines Könnens. Er ist ja nicht umsonst 9 mal Weltmeister geworden. Mit der Geschmeidigkeit einer Katze schlängelt er sich durch die engen Singletrails. Eine wahre Augenweide…

Eine positive Überraschung ist auch Jeff Lenosky. Er zeigt, dass ein Stadtbummel keinesfalls langweilig sein muss. Und wieder ein Beispiel, wie sehr die Trialfahrer diese Movies bereichern. Ebenfalls eine Bereicherung ist natürlich Josh Bender. Nicht so elegant wie Lenosky, aber sicher viel kranker. Nachdem er ein Jahr zuvor beim Jawdrop (18 m) beinahe gestorben war, will er es nochmals versuchen… ganze 3 Mal. Wenn er also eine Katze wäre, könnte er jetzt noch 5 Mal runterspringen. Rein theoretisch jedenfalls.

NWD II ist ein genialer Bikefilm mit tollen Bildern und unglaublichen Fahrern. Derek Westerlund hat es wirklich geschafft, den schon beinahe perfekten Vorgänger nochmals zu übertreffen. Wieder mal ein „must have“!

NWD 5 - Disorderly ConductDie New World Disorder Serie zeichnet sich durch konstant gute Produktionen aus. NWD V ist hier keine Ausnahme. Die besten Fahrer an den schönsten Locations, dazu perfekte Kameraführung und natürlich auch sehr sehr kranke Action.

Den Intropart mit dem Ausbruch und anderen überflüssigen Aktionen kann man getrost überspringen. Keine Ahnung wieso die Produzenten wie in einem billigen Pornofilm eine „Handlung“ einbauen wollen… naja. Ist eigentlich auch egal. Die Bikeaction ist nämlich erste Sahne.

Das beginnt schon mit Cedric Gracia mit seinen Überschallsequenzen und seiner unglaublich lockeren Fahrweise, geht weiter mit Thomas Vanderham und führt schliesslich nach Barcelona, wo Jeff Lenosky und Aaron Chase wieder mal übermenschliche Streetaction bringen. Es folgen Sequenzen aus Crankworx mit unzähligen Backflips, Tailwhips, Roadgaps, Supermen… Style in Reinkultur!

In diesem Stil geht es dann auch die ganze Zeit weiter. Viele viele bekannte Gesichter (Simmons, Cowan, Minnaar, Peat, Schley, Bourdon, Watson, Strait etc etc etc) und besorgniserregende Jumps & Gaps. Ach ja, der Schlusspart von Darren Berrecloth ist einfach der Hammer. Sick, sick, sick!!!!!!!

NWD 6 - UnchainedVermutlich wurde noch nie soviel Lärm über ein neues Bikemovie gemacht.

Die diversen Bikeforen auf der Welt sind schon seit geraumer Zeit voll mit Vermutungen, Spekulationen und grossen Erwartungen über New World Disorder 6 Unchained. Es hat ganz den Anschein gemacht, als würden gewisse Bikekiddies schon nur auf den Trailer gespannter warten als auf die neue Bikesaison. Springt jetzt xyz diesen Gap? Gibt es Flipwhips? Wen hat es wie zerlegt? Also war schon im Vorfeld eine reine Stunt- und Freakshow zu erwarten. Nach dem Rückzug von Christian Begin aus dem Bikemovie Business nach Kranked 5 hat Freeride Entertainment mit New World Disorder somit fast eine Monopolstellung auf Big Budget Streifen. Aber führen Superstars und Reisen an teure Locations automatisch zum perfekten Ergebnis? Lassen wir uns überraschen!

Obwohl bei NWD 6 grösstenteils auf eine dämliche Story verzichtet wurde beginnt der Film wie gehabt… mit einer Verfolgungsjagd. Und am Ende des Intros stürzt sich ein Basejumper mitsamt Bike eine Klippe runter. Naja… das gleiche wurde schon x-fach auf Skis und sogar mit Motocrossmaschinen gemacht. Verdikt: mässig!

Da NWD 6 aber kein Basejump- sondern ein Bikefilm ist folgt schon bald richtige Action mit Darren Berrecloth. Ist schon heftig was dieser Typ alles zu bieten hat. Unglaublich hohe Sprünge mit wunderschönen Tabletops, 360s und Tailwhips. Aber auch bei Drops und Northshore Passagen fühlt es sich offensichtlich ganz in seinem Element. Smoooooooth!!!! Absolut atemberaubend sind allerdings seine 360 Spin Drops. Wie man hier sehen kann war sein 360 Roadgap bei Crankworx keinesfalls eine Zufallsaktion, sondern bloss ein weiterer 360 Gap im Repertoire von Darren. Sick, sick, sick!!!

Der folgende Part mit Carlin Dunne zeigt dann mehr Big Mountain Riding mit riesigen Drops, Gaps und Highspeedpassagen. Zudem wird auch noch sein Monsterdrop am Adidas Slopestyle Contest gezeigt. Jaja, da kommen die Erinnerungen wieder… 😉 Die Northshore Section mit Wade Simmons, Richie Schley und Dave Watson zeigt dann wieder mal Biken auf höchstem Niveau in unglaublich anspruchsvollem Gelände. Zwar gibt es dort weder Backflips oder Tailwhips zu sehen, aber die Action ist nicht minder beeindruckend. Man sieht diesen Jungs halt schon an, dass sie das Biken in den Bergen und nicht in Skateparks gelernt haben. Wow, wow, wow!!! Ähnliche Dinge zeigt auch noch Thomas Vanderham, darunter auch ein paar heftige Gaps. Der heftigste Gap von NWD 6 ist allerdings von Robbie Bourdon: 16 m vertikal. Gestanden. Hoppla… Positiv überrascht hat mich auch das kanadische Supertalent Geoff Gulevich mit seinem Sprung über den Ord Road Gap in Kamloops. Dieser wurde bisher nur von wenigen Spezialisten wie Steve Romaniuk und Matt Hunter bezwungen

Ja, aber das wars dann schon mit „Mountainbiking“. Der Rest von NWD6 dreht sich dann eigentlich nur noch um die Frage, wer die heftigsten BMX Tricks auf 26″ zeigen kann. Man sieht in der Folge eine Unmenge an Backflips, 360s, Tailwhips, 180s etc etc etc. Auch sehr sehr eindrücklich, aber auf die Dauer eintönig. Der einzige innovative Part in diesem Segment stammt von Cameron McCaul, welcher seine Tailwhips und Backflips auch auf Trails zeigt und dazu noch unglaublich geschmeidig auf Singletrails rumfetzt. Ähnlich vielseitig ist auch der zweite Cameron (Zinc), welcher sich zusätzlich auch noch an 360 Drops versucht. Paul B. bietet dann wieder genau die Art von Show, die von ihm erwartet wird. Riesige Backflips, 360 Tailwhips und als Zückerchen ein 720. Einfach abartig und gleichzeitig das Highlight der New School Fahrer in dieser Ausgabe von New World Disorder. Auch sehr beeindruckend ist wie immer Jeff Lenosky mit seinen Street Trials Einlagen. Seine Bunnyhops auf Geländer sind einfach nicht von dieser Welt.

Kurz und gut… NWD6 bietet wie erwartet sehr heftige Action am Laufmeter an teilweise wunderschönen Locations. So wie es halt zu erwarten war. Mit mehr Tricks, höheren Drops, weiteren Gaps. Eine perfekte Stuntshow halt. Aber leider ohne Flow und ohne Seele. Nach Collective konnte man hoffen, dass die neueren Produktionen wieder vermehrt die Freude am Fahren vermitteln wollen. Das fehlt hier aber komplett. Es führen viele Wege nach Ro(a)m, aber dieser hier sicher nicht. Schade eigentlich… da hätte man mehr daraus machen können.

NWD 7 - Flying High Again

Derek Westerlund hat im Vorfeld des NWD 7 Releases angetönt, dass seine neue Produktion wieder mal alle anderen Produktionen in den Schatten stellen wird. Grosse Töne! Ist dies auch wirklich so?

Das Intro ist schon mal sehr gelungen… eine Referenz an Sin City. Da waren offensichtlich ein paar Liebhaber von Maya und After Effects lange lange Zeit daran beschäftigt. Witzig gemacht und mit ein paar netten Crash Sequenzen versehen.

Die Parts der ersten 5 Fahrer (McCaul, Strait, Cowan, Basagoitia, ZinK) sind alle ziemlich ähnlich… tolle Location suchen, Kicker bauen, irre Tricks zeigen, und dazu mit ein paar Singletrailszenen auflockern. Daneben noch Auftritte dieser Fahrer an den Slopestyle Contests in diesem Jahr. Alles natürlich sehr professionell gefilmt, mit Helis und Cablecams. Die Tricks sind nicht von dieser Welt… Backflips ind 1000 Ausführungen, Tailwhips, 360 Tailwhips und als Krönung ein paar gestandene Flipwhips von Paul B. Doch doch, der Junge kann was! Cam Zink darf noch ein wenig Streetaction zeigen, welche dann aber schon sehr sehr gelungen ist.

 

nwd 7

Andreu Lacondeguy mit seinem Signature-Move in NWD 7

Nach knapp 25 Minuten gibt es dann zum ersten Mal Freeride pur mit Wade Simmons. Wieder auf einer unglaublich langen und sehr schwierigen North Shore Gap Linie, vergleichbar mit seinem Trail in NWD6. Dankeschön Wade… das war Balsam für unsere Seelen! Aber nach ca. einer Minute ist wieder fertig mit Freeride.

Als nächste Fahrer folgen Jeff Lenosky, Cédric, Brian Lopes und Aaron Chase. Jeff, Brian & Cérdic zeigen ihre gewohnte Action, und Aaron hat mehr Airtime auf Dirtjumps als früher. Und er zeigt einen Backflip-to-Tailtab… wow! Aber mit einer absolut grauenhaften Hintergrundmusik… Scorpions! Skid Row ist ja noch witzig, aber bei den Scorpions krieg ich definitiv Ohrenkrebs!

Richie Schley ist der nächste Freerider in NWD7… auf einem wunderschön flowigen Trail mit vielen Doubles. Leider ist auch sein Auftritt sehr sehr kurz. Genau wie Kurt Sorge auch. Der Junge ist definitiv ein Riesentalent. Schade, dass wir nicht mehr von ihm zu sehen bekommen. Auch das Segment von Kirt Voreis ist arg kurz geraten, obwohl er vermutlich zu den besten Allroundern in der Szene gehört. Ebenfalls ein Multitalent ist Wayne Goss! Sehr viele technische Tricks, ob im Gelände, auf Dirtjumps oder auf der Strasse. Er versucht sich an sehr sehr komplexen Tricks wie Double Taiwhips oder Wallride-to-540… nach diversen Versuchen steht er die Sachen sogar. Hut ab!

nwd 7

Robbie Bourdon mit seinem Monster Roadgap

Nach ihrem kometenhaften Aufstieg in den Slopestyle Himmel im Jahre 2006 dürfen die Lacondeguy Brüder hier ihre ganze Trickkiste auspacken. Backflips über Monsterdoubles, Tailwhips überall, Supermen… die Jungs haben noch eine grosse Zukunft vor sich! Und vor allem sieht man hier, dass sie mit Leib und Seele und grosser Freude am Werk sind.

Im letzten Segment kriegen wir noch eine fast ausgestorbene Spezies von Biker zu sehen… wenige Tricks, dafür riesige Drops und Gaps. Das ist nach all diesen Supertricksern eine richtige Wohltat. Robbie Bourdon war ja schon bei der Red Bull Rampage ein Garant für Riesensprünge, und er scheint noch nichts von seiner Furchtlosigkeit verloren zu haben. Die Landungen seiner Jumps muss man hier definitiv mit dem Feldstecher suchen… ist wirklich so! Ist irgendwie noch schön, dass sich hier ein Fahrer auf seine Kernkompetenzen konzentriert und richtige Old School Action zeigen darf. Eben… genau nach dem Motto des Films… Flyin‘ high again!

NWD7 ist übrigens knapp 60 Minuten lang, was für einen Bikefilm sehr sehr lange ist. Dazu gibts noch eine sehr gute Bonus DVD mit einem Crankworx Rückblick, diversen Teasern und sogar ein paar BMX Sequenzen mit Morgan Wade und Anthony Napolitan. Man kriegt also eine ganze Menge Filmmaterial fürs Geld!

nwd 7

Paul Basagoitia

Quantität statt Qualität… es scheint mir fast so, als wäre dies das neue Motto von Freeride Entertainment geworden. Einfach möglichst viele Tricks von möglichst vielen Fahrern zusammenschneiden und mit mittelmässigem bis abgrundtief schlechtem Sound mixen. Klar, die Tricks sind heftiger als je zuvor, die Locations exotisch wie eh und je und der Produktionsaufwand mit 16mm und HD Kameras und Helis und Seilzügen gewaltig. Aber der grösste Aufwand und das grösste Budget hilft auch nicht viel, wenn das ganze lieblos zusammengewürfelt wird. Es scheint so, als wäre Freeride Entertainment unter ziemlichem Zeitdruck gestanden. Anders kann ich mir das schwache Editing nicht erklären. Wie schon ein aufmerksamer kanadischer Beobacher mal erwähnt hat, erinnert der Schnitt doch ziemlich an eine Pornoproduktion, wo es bloss um Rein und Raus und Abspritzen geht. Der Vergleich passt leider wie die Faust aufs Auge!

Zum Sound will ich mich nicht weiter äussern… ich hab noch immer ein Trauma von Scorpions…

nwd 7

Wade Simmons im Element

Fazit: Für trickbegeisterte Kids ist NWD7 sicherlich faszinierend, aber wer Flow und die Freude am MOUNTAIN-Biken sehen will, der ist mit Roam, Stripped oder auch Gratisproduktionen wie Stund besser bedient. Und wer bloss auf supertechnische Tricks steht, der soll sich doch mal BMX Movies wie Drop the Hammer oder Sentenced to Life genauer ansehen.

Ich habe fertig!

Ride to the hills

Preis

Ride to the Hills ist der erste Bikefilm des Snowboard Veteranten Jörli Riker. Und auch in diesem Streifen sind viele bekannte Gesichter zu sehen: Wade Simmons, Dave Watson, Ryan Leech, Andrew Shandro und andere kanadische Topfahrer.
Der Film startet mit schnellen und teilweise ziemlich deftigen Parts von Dave Watson. Der Meister in der gelben Jacke fliegt geschmeidig einem schmalen Grat entlang.

Ryan Leech zeigt in der Folge seine nachtaktive Phase.. Manuals, 360s, Rails; für ihn ist die ganze Welt ein grosser Spielplatz. Die nächsten Segmente beweisen eindrücklich, wieso die Kanadier die wahren Begründer des Freeriding sind. North Shore Trails, Street Riding, Road Gaps. Es scheint so, als gäbe es dort unermesslich viele talentierte Jungs!

Der Höhepunkt dieses Streifens sind sicher die Parts des Grossmeisters, Wade Simmons. Man betrachte bloss einmal seinen ersten Drop im North Shore. Dieser Stil, diese Sicherheit… Wade lässt sogar riesige Sprünge einfach aussehen. Er scheint sowieso eher zu schweben als zu fahren. Sehr eindrücklich ist auch sein Ausflug in der Stadt. Wade, wir verneigen uns!

Fazit: ein gut gemachter Film mit ein paar herausragenden Szenen. Schade ist nur, dass sich viele Segmente sehr ähnlich sind. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass Jörli Riker auch kein Budget à la Kranked und NWD zur Verfügung hatte. Trotzdem: Hut ab! Der Zweck hat dieser Streifen jedenfalls erfüllt: Fahrspass vermitteln! Ausserdem ist die Musik erträglich… dies kann man ja nicht von vielen Soundtracks behaupten.

ROAM

Das grosse Warten hat endlich ein Ende… seit knapp zwei Wochen steht ROAM in den Läden, und wir waren natürlich seeeeeehr gespannt auf den neusten Wurf des Collective Teams.

Schon das Intro mit wunderschönen Bildern und edlem Kartographie Composting lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen… mmmmhhhh… lecker… was kommt da auf uns zu? Eine ganze Menge! Aber schauen wir uns Roam ein wenig genauer an:

Vancouver – North Shore

Roam beginnt so, wie The Collective aufgehört hat. Mit Aufnahmen aus den Regenwäldern von British Columbia. Und einem Darren Berrecloth in Hochform. Holy moly… schon nach wenigen Sekunden erübrigt sich die Frage, warum The Claw die grosse Show eröffnen darf. Auf einem der heftigsten Trails der letzten paar Jahre mit unzähligen Step-ups, Gaps, Wallrides und anderen beängstigenden Konstruktionen zeigt Darren beinahe das ganze Trickrepertoire der New School Rider. No-footed Can Cans, Superseaters, 360s… und alles auf unglaublich anspruchsvollem Terrain. Wow, da bleibt einem ja glatt die Spucke weg.

Moab

Moab war das erste Mekka der Mountainbiker und ist es in gewissem Masse auch noch heute. Nur schon der majestätischen Landschaft wegen… und natürlich wegen dem Slickrock. Wade Simmons und Jordie Lunn haben in Moab ein paar ganz ganz heisse Plätze gefunden, um sich auszutoben. Wenn man den beiden zuschaut, wie sie ihre Manuals in der unwirklichen Landschaft ziehen, bekommt brutal Lust, sich gleich aufs Bike zu setzen und gleich mitzuheizen. DAS ist Mountainbiking! Keine Flips, Whips oder 360s, sondern einfach Freude am Fahren. Und das mit unglaublich viel Style. Ohhhh, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus.

Roam The Collective DVD

Whistler Bike Park

Viele schnelle Fahrer zusammen auf den wohl bekanntesten und meistgefilmten Trails der Welt… eine interessante Kombination… aber gibt es hier was neues? Oh ja… und wie! Top-to-bottom… vom Garbanzo bis Whistler Village in Lichtgeschwindigkeit! No Joke, Dirt Merchant, A-Line & Bikepark in einem Zug. Mit wilden Verfolgungsjagden, halsbrecherischen Überholmanövern, Überflügen… teilweise jagen sich vier Fahrer gleichzeitig. Wahnsinn!!! Ich kann mich noch gut an diese Trails erinnern, jedoch wusste ich nicht, dass man den No Joke mit einem solche Affenzahn runterbrettern kann. Sick, sick, sick!!! Definitiv eines der besten Segmente, das jemals in einem Film verewigt wurde.

Prag

Der liebe Ryan Leech lässt uns bei jedem Auftritt aufs neue verzweifeln. Das kann doch gar nicht möglich sein, was er in Prag alles anstellt. Hallo? Physikalische Gesetze? Scheinen für ihn nicht zu gelten. Das Zusammenspiel von historischen Stätten mit Licht und Schatten, die diversen Kameraeinstellungen und natürlich Ryans unvergleichlicher flüssiger Fahrstil sorgen für manchen Überraschungseffekt. Witzig sind auch die Compostings, wo Ryan im gleichen Bild in verschiedenen Aktionen zu sehen ist. Da hat jemand grosse Freude an FCP… 😉

Darren Berrecloth in Roam - The Collective

Darren Berrecloth in Action

Sun Valley

Was kommt wohl dabei raus, wenn ein DH Weltmeister mit dem x-fachen Kanadischen DH Meister einen Ausflug nach Sun Valley ID unternimmt? Singletrailfliegen in Lichtgeschwindigkeit. Mehrere kritische Kinder haben hierzu schon bemängelt, dass dies todlangwelig sei. Ist das so? Für mich und vermutlich für viele andere Biker auch sind flowige Singletrails das höchste der Gefühle. Helm aufsetzen, Tunnelblick einschalten und losdüsen. Das unbeschreibliche Glücksgefühl, die Adrenalinschübe und das Dauerlächeln auskosten. Genau dies machen Andrew Shandro und Steve Peat in Idaho. Einfach ein klitzekleines Bisschen schneller… verdammt schnell! Es ist eine wahre Freude, wie sie in die Anlieger schiessen und dann mit Vollgas weiterfliegen. Endlos lang und sinnlos geschmeidig. Aaahhhh…. da wird einem richtig warm ums Herz. Ich hatte noch selten nach einem Filmsegment dermassen Lust auf Biken. So muss es sein. Pure Inspiration.

Lunns Backyard

Bei der Dirtjump Session auf dem Grundstück von Jordie Lunns Daddy kommt definitiv Neid auf… eine Wiese grösser als ein Fussballfeld und am Waldrand ein gewaltiger Dirtpark. Sieht alles sehr gemütlich und familiär aus… biken, grillen & chillen… wann immer man Bock drauf hat. Mit der ruhigen Leben hört es aber auf, wenn die Jungs (Jordie Lunn, Ryder Kasprick, Cam McCaul und Darren Berrecloth) so richtig loslegen. Sehr hoch, sehr weit, sehr stylish… und immer wieder aus anderen Winkeln aufgenommen. Macht wirklich Spass, diesen Jungs bei ihrer Session zuzuschauen.

Matt Hunter in Marokko - Roam the collective

Matt Hunter in Marokko

Marokko

Das Collective Team ist für diese wunderschönen Aufnahmen ins Atlas Gebirge nach Marokko gereist. Sieht irgendwie aus wie Utah… also ein Gebiet mit sehr sehr viel Potential. Und die weitgereisten Jungs (Andrew Shandro, Matt Hunter und Thomas Vanderham) nützen dies in vollem Umfang aus. Wie in einem Märchenland rollen und fliegen sie umher, springen sensationelle Gaps und Step Ups. Vor allem Thomas Vanderham zeigt mit seinen unvergleichlichen Whips, wo der Bartli den Most holt. Ach… wie schön kann Biken sein. Das wird nach diesem Segment wohl mancher denken.

Interior BC

Interior BC = Kamloops & Kelowna = Hunter, Gulevich & Romaniuk = Monstergaps, Highspeed & Airtime. So in etwa könnte man dieses Segment zusammenfassen. Die Jungs scheinen die Grenzen jedes Mal weiter auszuloten. Wenn man hier überhaupt noch von Grenzen sprechen kann… aber das ist ein anderes Thema. Die Aufnahmen jedenfalls sind wieder mal von einem anderen Stern. Keine Standardbilder, sondern unzählige Cablecams, Kameras auf Schienen, auf Autos, auf eigens konstruierten Gestellen… ein Wahnsinnsaufwand. Aber dank dieser Leistung können wir aus der Vogelperspektive, von der Seite, von unten und von jeden möglichen und unmöglichen Winkel aus die Fahrer verfolgen. Egal, ob sie über Singletrails oder Roadgaps fliegen. Ach ja… der Riiiiiiesengap von Steve Romaniuk ist definitiv eine ganze Nummer heftiger als alles, was bisher auf Film verewigt wurde. Er fliegt, fliegt, fliegt, fliegt… und verschwindet einfach aus dem Bild… aber er taucht später lachend wieder auf. Wahnsinn!!!! Aber wie er selber so schön sagt: When Safety Steve is around, nothing happens.

Wade Simmons in Roam

Wade Simmons in Moab

Fazit

So, genug gelabert… ist jetzt ROAM besser oder schlechter oder gleich gut wie The Collective? Das ist wirklich schwer zu sagen… in Sachen Kamera- und Schnitttechnik sind einige Fortschritte festzustellen, auch der Soundtrack ist wieder sehr gelungen… sehr stimmungsvoll und abwechslungsreich… die Fahrer und die Locations sind sowieso über jeden Zweifel erhaben. Ein echtes Meisterwerk von The Collective!

Gibt es auch Verbesserungspotential? Ja… da gibt es noch was… bei The Collective haben die einzelnen Fahrer ihr Segment kurz kommentiert… wieso sie so gerne fahren… wieso ihnen diese Linie so gefällt… was ihnen bei ihren Aktionen so alles im Kopf rumschwirrt. Bei ROAM fehlt dies. Es gibt zwar jeweils eine kurze Voice-Over Einleitung in die einzelnen Segmente, aber die wirken einfach nicht. Punkt. Es kommt mir so vor, als hätte dies ein Student unter Prüfungsstress bibbernd vor der Expertenkommission runtergelesen. Sehr monoton… da sind Heinz Sielmanns Kommentare zum Paarungsverhalten von ägyptischen Wüstenheuschrecken schon fast packender…

Statement

Preis

Statement ist die neue Produktion von Thor Wixom, welcher bereits mit der „Down“ Serie für einiges Aufsehen gesorgt hat. Glücklicherweise hat er auch von seinen Drop-Orgien Abschied genommen und zeigt hier das ganze Spektrum des Freeriding. Wie schon der Titel vermuten lässt, soll dieser Streifen verschiedene „Statements“ der Fahrer aufzeigen. Und dies ist geglückt!
Die Flowriders (Dangerous Dan & Co.) haben wieder halsbrecherische Stunts gebaut und demonstrieren, dass es sich auch in 5 Meter Höhe auf einem schmalen Baumstamm gemütlich fahren lässt. Wie immer sehr eindrücklich. Sehr eindrücklich sind auch die Szenen der Red Bull Rampage (Utah 2002) und vom Red Bull Freezride. Die folgenden DH- und Dropszenen lassen einen wieder mal erahnen, mit welchem Tempo diese Jungs talwärts donnern. Die geniale Kameraführung trägt sicher auch noch zu diesem Eindruck bei. Die Kameraarbeit ist sowieso ein Pluspunkt bei Statement! Mit Chris Duncan ist auch wieder ein begnadeter Dirtjumper am Start. Auch diesmal wieder tolle Helmkamera Aufnahmen, darunter bei einem Backflip. Wie zur Hölle weiss man dort, wo man sich befindet??? Ausserdem zeigt er noch ein paar schöne Barspins, Tailwhips und Tabletops. Vic Marlow ist dann wieder ein sehr schneller und eleganter Rider. Er schafft es sogar, zwischendurch Speedmanuals zu fahren… Der folgende Fahrer hat mich mächtig beeindruckt. Russ Morrell war aus purer Geldnot aufs Hardtail umgestiegen und gemerkt, dass man auch ohne 20 cm Federweg die unglaublichsten Sachen fahren kann. Zum Beispiel einen 10 m Drop…

Als Bonusmaterial kriegen wir nochmals einen missglückten Versuch von Russ Morrell zu sehen. Mit dem Hardtail aus 10 m ins Flache… oh my god… Ausserdem sind noch diverse Trailer beigepackt sowie zusätzliche „Statements“ der einzelnen Fahrer. Ein wirklich toller Streifen mit viel Action und teilweise genialen Kameraeinstellungen.

Superheros III

Preis

Der dritte Teil der Superheros Reihe ist überraschenderweise ganz anders als die beiden Vorgänger ausgefallen. Während sich Teil 1 & 2 ausgiebig mit „Roof Dropping“ beschäftigte, sind hier schon mehr verschiedene Stile auszumachen. Die Race Sequenzen am Anfang sind jedenfalls schon vielversprechend. In der Folge sind wieder ein paar kranke Jungs mit grösseren Drops, schnellen Linien und weiten Sprüngen beschäftigt. Kayodic Kyle Strait zeigt hier wieder sein ganzes Können. Und das im zarten Alter von 15 Jahren… irgendwie frustrierend…

Der ganze Film ist vollgespickt mit vielen Dirt-, Street- und Race Szenen. Und zwar von allen Zutaten die richtige Menge. Auch bei den Superheros sind nochmals die Gladiatoren von der Red Bull Rampage zu sehen. Man beachte besonders den Superman Seatgrab von Darren Berrecloth über einen Gap. Dies wohlgemerkt in ziemlich felsigem Gelände… Hallllooooo??? Jemand zuhause????

Die Beiträge aus Australien sind ausserordentlich gelungen. Jared Rando, Grant Allen & Co. demonstrieren eindrücklich, wieso die Australier in den letzten Jahren die Weltspitze dermassen aufgewühlt haben. Perfekte Bikebeherrschung auf der Strasse, im Geröll und in der Luft. Wow, wow, wooooooow…. Und wem das noch nicht genügt, kann sich noch auf den Schlussteil mit einem gewaltigen Sprung freuen. Thomas Vanderham, Dave Watson und Wade Simmons geben hier wieder mal ein paar Flugstunden. Total sick!

Bonus? Ähem… jede Menge eigentlich… Superheros 1… ein paar Trailer, eine zusätzliche Crashsection, noch mehr Race Ausschnitte… und noch viel mehr. Superheros III ist definitv eine lohnende Investition!

More bang for the bucks 😉

Third Down

Preis

Was diese kranken Typen alles droppen ist definitiv nicht zur Nachahmung gedacht. Hat auch nicht mehr viel mit downhillen oder freeriden zu tun. Aber die Stunteinlagen sind auf jeden Fall sehenswert!

Ausserdem werden viele Street- und Downhill-Einlagen gezeigt.
Ich sage nur: Julien Meunier!!!!