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Morgen öffnet auf trail-queen.ch der erste, auf Frauen- Mountainbike-Bekleidung spezialisierte, Online-Shop der Schweiz seine digitalen Pforten. TRAIL-QUEEN startet mit acht Marken im Sortiment, eine davon schweizweit exklusiv. Die Eröffnung wird mit einem Event im BikeHub Zürich gefeiert.

Trotz wachsendem Frauen-Anteil unter den Mountainbikern gibt es für Bikerinnen in Velo-Läden, wenn überhaupt, meist nur eine kleine Auswahl an Bike-Kleidern für Frauen. Der neue Online- Shop füllt diese Angebotslücke und hält ab dem 22. März auf www.trail-queen.ch für Mountainbikerinnen ein ausgewähltes Sortiment an Bike-Bekleidung bereit.

Sportlich und dennoch weiblich

Die Gründerin Alexandra Jagnow ist selbst begeisterte Mountain-Bikerin und fand es stets umständlich, die passende Kleidung für ihren Lieblingssport zu finden. «Für mich war es immer sehr aufwendig, im Internet modische Bike-Kleidung zu finden. Mit TRAIL-QUEEN nehme ich meinen Kundinnen diese aufwendige Suche ab und präsentiere ihnen auf einen Blick rund 50 unterschiedliche Produkte.»

Der Shop startet mit 8 Marken – neben bekannten Grössen für Bike- Bekleidung wie ION, VAUDE,  Zimtstern und Dakine, hat TRAIL-QUEEN auch Marken im Sortiment, die im Schweizer Markt noch wenig bis gar nicht bekannt sind. «In meinem Shop biete ich vor allem feminine, lässig geschnittene Bike-Kleidung an», so Jagnow zum Stil von TRAIL-QUEEN.

Das gesamte Sortiment kann ab dem 22. März online bestellt werden, ab 100 CHF versandkostenfrei.

Eröffnung im BikeHub

Zur Eröffnung findet am 22. März im BikeHub Zürich ein Launch-Event statt. Der BikeHub Zürich ist genauso wie Crash Cycles in Bern Partnershop von TRAIL-QUEEN und bietet die Möglichkeit, eine Auswahl an Bike-Outfits vor Ort anzuprobieren und zu kaufen.

BikeHub Zürich, Rotacherstrasse 27, 8003 Zürich

22. März 2016, ab 17.00 Uhr

 

www.trail-queen.ch

Sie sind das grösste und wichtigste Velofestival der Schweiz und finden dieses Jahr vom 20. bis 22. Mai 2016 statt: Die Bike Days 2016. Dieses Jahr setzen die Veranstalter vermehrt auf den Breitensport und die Nachwuchsförderung. Die internationalen MTB-Dirtjump- und BMX-Flatland-Wettkämpfe begeistern auf dem gewohnt hohen Niveau. Das Angebot an Essen, Trinken und sportlichen Aktivitäten wird ausgebaut. Die Velo-Expo bietet den Besuchern eine nahezu komplette Marktübersicht mit Testmöglichkeiten.

Die letztjährige Ausgabe des nationalen Velofestivals ging mit einem ausserordentlichen Besucherrekord von 27’500 Besuchen über die Bühne. Dieses Jahr finden die Bike Days vom 20. bis 22. Mai und damit verhältnismässig spät statt. Grund für die späte Austragung sind die Frühjahrsfeiertage. In den kommenden Jahren wird das Festival wieder wie gewohnt anfangs Mai stattfinden.

bike days 2016 solothurn übersicht von oben luftbild

Neben den zahlreichen Ständen findet sich auf der Chantierwiese auch Platz für die umfangreiche Active- und Chillout Zone. Bild: Bikechannel.ch/Pixair.ch

Velo-Expo und umfassende Testmöglichkeiten

Die Velo-Expo zeigt den Besuchern eine umfassende Übersicht des Schweizer Velomarkts. Zahlreiche Aussteller zeigen die neusten Produkte und Trends der Velobranche sowie das aktuelle Tourismus- und Freizeitangebot für Biker im In- und Ausland. Dabei können über 250 Modelle verschiedenster Anbieter direkt vor Ort getestet werden. Individuelle Teststrecken für Cross-Country, Rennvelo, Downhill, Fat- und Citybike werden ausgeschildert. Der Trend zum E-Mountainbike und das wachsende Angebot werden bei mehreren Ausstellern ein grosses Thema sein. Um dem nachzukommen gibt es neu in diesem Jahr die E-MTB-Kurzstrecke, ePowered by Bosch. Die extrakurze und abwechslungsreiche Teststrecke führt direkt aus dem Test Village hoch zu den geschichtsträchtigen Stadtmauern über dem Schanzengraben, durch die schöne Altstadt und wieder zurück zum Festivalgelände.

Freestyle-Disziplinen auf internationalem Topniveau

Neben dem nationalen Swiss Bike Cup werden auch die internationalen Freestyle-Contests BMX-Flatland und MTB-Dirtjump die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Beide wurden im vergangenen Jahr aufgewertet, was sie zu Wettkämpfen mit höchster internationaler Ausstrahlung macht und die weltbesten Athleten nach Solothurn zieht.

Solothurn erneut Auftakt von BMX Flatland World Circuit

Wie letztes Jahr ist der BMX-Flatland-Contest in Solothurn Teil der Welt-Tour: Der sogenannte BMX Flatland World Circuit umfasst 2016 total fünf Stopps von Nordamerika über Europa bis Asien. Die Bike Days sind dieses Jahr erneut Auftakt der Tour. Ein internationales und hochkarätiges Fahrerfeld wird erwartet und bereits haben die drei besten Fahrer der Welt ihre Teilnahme bestätigt: Der letztjährige Sieger in Solothurn und World Champion 2015, Viki Gomez (ESP), wird u.a. gegen Yohei Uchino (JAP) und Matthias Dandois (FRA), beide dreimal World Circuit Champion, antreten.

bike days 2016

MTB-Dirtjump mit Schweizer Qualifikation

Die Freestyle-Disziplin Dirtjump verspüren einen Aufschwung. Die Infrastruktur entwickelt sich merklich und immer mehr Dirtjump-Anlagen entstehen. Damit entwickelt sich auch der Schweizer Nachwuchs und dies wollen die Bike Days ab sofort speziell fördern. Daher findet am Samstag erstmals in der Geschichte des MTB-Dirtjump-Contests der Bike Days eine Schweizer Qualifikation statt. Der beste Schweizer Nachwuchsfahrer wird sich einen Startplatz im internationalen Contest der FMB World Tour sichern.

Swiss Bike Cup

Die Bike Days sind einer von insgesamt sechs Austragungsorten der nationalen Rennserie Swiss Bike Cup, ehemals BMC Racing Cup. Während der Bike Days treten die Elite Damen und Herren am Weltcup in Albstadt (GER) an, weshalb die Aufmerksamkeit in Solothurn am Samstag voll und ganz auf den Nachwuchskategorien, den Amateuren/Masters und der neuen Kategorie U23 liegt. Am Sonntag dürfen schliesslich alle ran: Wie in den letzten Jahren starten in den sonntäglichen Fun-Kategorien Jung und Alt, Genussfahrer wie ambitionierte Amateursportler ohne Rennlizenz.

Kulinarisches Angebot und Mitmachmöglichkeiten für Jedermann

Ab diesem Jahr vergrössert die Migros das kulinarische Angebot mit einem eigenen Famigros-Zelt. Migros Catering und cha chà verwöhnen die Besucher mit Köstlichkeiten vom Grill und asiatischen Kreationen aus dem Wok. Zusammen mit der Rythalle und der Heidbar gleich daneben bildet es das Herz des Festivalgelände. In der im letzten Jahr geschaffenen Active Zone auf der Chantierwiese erwartet actionliebende Zuschauer Attraktionen wie den Trial Contest oder auch Mitmachmöglichkeiten für Jedermann wie Pumptrack, Slow Race, Mini Drome, der Rollensprint und ein Jump Airbag. In der Chilloutzone können sich die Sportler von der Action erholen und gemütlich entspannen.

 

Weitere Informationen und Impressionen:
www.bikedays.ch
www.facebook.com/bikedays
www.twitter.com/Bike_Days
www.instagram.com/Bike_Days

Wir haben eine Anfrage für einen Schrauber Workshop erhalten und möchten ein paar interessierte Biker zusammenbringen, um euch den Umgang mit Platten, Kettenrissen und Brems-Problemen näher zu bringen und einige Tipps weiterzugeben, die man nicht einfach googeln kann.

Themen

Platten flicken leicht gemacht: Schlauch + Reifen flicken. Schlauch ersetzen. Reifen montieren. Tubeless Tipps & Tricks

Reparaturen unterwegs: Tipps und Tricks. Notfallmassnahmen.

Ausrüstung: Was muss man zuhause haben? Welche Werkzeuge und Hilfsmittel gehören in den Bikerucksack?

Federung: Einstellungen, Knowhow, Service

Bremsen: Richtig einstellen. Belagwechsel. Knowhow zu Belägen und Handhabung.

Einstellungen allgemein: Cockpit, Sattel, etc.

Wunschthemen, offene Fragerunde

 

Der Bike Workshop findet am 17. März 2016 statt

Kursdauer ca. 3 Stunden. Durchführungsort Adligenswil. Kosten werden aufgeteilt (ca. CHF 25.- p.P.)

Schreib uns bitte ein Mail an bikekurs@flowzone.ch oder hinterlasse einen Kommentar

 

Dass zwischen den beiden Organisationen schon seit längerer Zeit eine Partnerschaft besteht, ist mittlerweile bekannt. Im letzten Jahr wurde diese Partnerschaft probeweise erweitert und aus 4 gemeinsamen Rennen wurde der „Gravity Cup“ ins Leben gerufen. Die Zusammenarbeit und das Nutzen gemeinsamer Synergien hat bei den Organisatoren super funktioniert. Beide Seiten profitierten voneinander – sei es von der einheitlicheren Organisation oder von der Anzahl Fahrer an den Rennen. Für die Fahrer bedeutete dies, in grösseren Teilnehmerfeldern an den Start zu gehen und gegen noch unbekannte Gegner aus dem internationalen Umfeld antreten zu können.

Die beiden Organisationskomittees vom Süddeutschen 4Cross Cup und vom Swiss 4Cross Cup haben entschieden, die Cup Serien komplett zusammen zu legen. Ab der Saison 2016 wird es in der Schweiz und im Süddeutschen Raum nur noch eine einzige, gemeinsame 4Cross Serie geben. Die Namen „Süddeutscher 4Cross Cup“ und „Swiss 4Cross Cup“ werden deshalb vom Markt verschwinden. Neu wird die Serie unter dem Namen „Bergamont European 4Cross Series“ unterwegs sein und gleich mit 11 Rennen in die neue Saison starten. In dieser Hinsicht steigt man ebenfalls in eine neue Liga auf – zur grössten 4Cross Serie der Welt.

Die Bikemarke Bergamont wird auch im 2016 als bisheriger Titelsponsor des Swiss 4Cross Cups die neue Serie in derselben Form unterstützen. Das Organisationskomitee freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Bergamont Schweiz und auf eine aussergewöhnliche und spannende Rennsaison.

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Der Saisonauftakt zur neuen Bergamont European 4Cross Series findet Ende April 2016 am legendären Homberg – Race in der Schweiz zusammen mit der Downhillszene statt. Im restlichen Rennkalender gibt es einige interessante Neuheiten – in der neuen Cup Series wird zum ersten Mal auch ein Veranstalter aus Italien mitintegriert. Das Rennen wird im wunderschönen Sarntal im Südtirol ausgetragen. In der Schweiz konnte mit dem Grasskiclub Marbach ein weiterer neuer Veranstalter mit an Bord geholt werden. Auf der Marbachegg wird erstmals ein Dual Slalomrennen durchgeführt, welches als Doppelveranstaltung mit dem Grasski – Weltcup Rennen stattfindet. Es verspricht also viel Action an diesem Wochenende zu geben!

4Cross Rennkalender Saison 2016:

Datum Ort Disziplin
Sa. 23. April Homberg (SUI) Dual Eliminator
So. 8. Mai Winterthur (SUI) 4Cross
Sa. 21. Mai Reutlingen (GER) 4Cross
So. 19. Juni Laufenburg (GER) 4Cross
Sa. 9. Juli Berkheim (GER) 4Cross
Datum noch offen Winnenden (GER) Dual Slalom
Sa. 30. Juli Sarntal (ITA) 4Cross
Sa./So. 27./28. August Marbachegg (SUI) Dual Slalom
So. 4. September Nattheim- Steinweiler (GER) Dual Eliminator
So. 18. September Leibstadt (SUI) 4Cross
So. 2. Oktober Wolfach (GER) 4Cross

Informationen und auch die Anmeldungen werden nur noch unter der bestehenden Webseite www.4cross.ch zu finden sein. Der Webauftritt wird in den kommenden Wochen auf Vordermann gebracht und entsprechend angepasst. Das etablierte Online Anmeldesystem (Voranmeldungen) für jedes einzelne Rennen wird ebenfalls wie bis anhin weitergeführt.
Weitere Informationen rund um die Bergamont European 4Cross Series, sowie aktuelle News aus der 4Cross Szene, findet man auf der Webpage www.4cross.ch und in den Social Networks Facebook und Twitter.

Nun sind die offiziellen Termine für den schweizer Enduro Helveti’cup 2016 definitiv gesetzt. Nebst den bereits vorhandenen Destinationen, wird sich dieses Jahr noch Leukerbad dazugesellen. Die erste und bisher einzige Enduro Serie der Schweiz nimmt fahrt auf!

UPDATE: Neu wird auch der Bikepark Verbier einen Event austragen, am 19./20. August 2016. Somit werden dieses Jahr ganze 6 Enduro-Events in der Schweiz stattfinden!

helveticup trental juride enduro

DEr Helveti’cup bietet schöne Singletrails im Wallis und Jura

Nachfolgend die Termine der einzelnen Events vom

Helveti’cup 2016

28. + 29. Mai – EquinoXX Enduro Bike – Delémont

24. + 25. Juni – Rock the Besso – St. Luc Zinal

6. + 7. August – Torrent Leukerbad

19. + 20. August – Verbier Bikepark

10. + 11. September – BMC Chauxmont Super D

24. September – La Trentàl

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Chauxmont Super D – https://www.facebook.com/chauxmontsuperd/

EquinoXX Enduro Bike – https://www.facebook.com/EquinoXXEnduroBike/

Rock The Besso – https://www.facebook.com/rockthebesso/ http://www.endurodubesso.ch/

La Trentàl‘ – https://www.facebook.com/latrental/

Torrent Leukerbad – https://www.facebook.com/Torrentbahnen/

E-Bikes oder Pedelecs haben in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt. Im Fahrwasser von Pionieren wie Flyer haben viele namhafte Hersteller inzwischen E-Bikes entwickelt, um diesen wachsenden Markt zu bedienen. Aber wie zuverlässig ist ein E-Bike heutzutage im Alltag? Kann man das bei einem Kurztest feststellen? 3 mal ums Haus und gut ist? Nur mit Langzeittests kann man ein Produkt mit all seinen Vor- und Nachteilen richtig einschätzen.

Ich bin jetzt zwei Jahre lang das Specialized Turbo S beinahe täglich gefahren und habe während dieser Zeit einen ziemlich guten Eindruck über die Vor- und Nachteile eines Pedelecs erhalten. Dies hier sind meine Eindrücke nach 10’000 km mit dem Specialized Turbo S.

specialized turbo s e-bike full view side

die Cityrakete

Beweggründe

Seit mehr als acht Jahren pendle ich mit dem Velo zur Arbeit. Und das bei wirklich jedem Wetter. Ich komme viel wacher bei der Arbeit an und kann mir auf dem Heimweg schön gemütlich den Kopf durchlüften und muss mich nicht mit Stau- und Unfallmeldungen und sonstigen Nebenwirkungen des Pendlerverkehrs beschäftigen. Es braucht zwischendurch schon echt Überwindung dafür, sich bei Regen oder Schnee aufs Fahrrad zu schwingen, aber schlussendlich ist das alles eine Gewohnheitssache. Und ein Lernprozess. Nach den ersten durchnässten Fahrten besorgt man sich plötzlich die passenden Jacken, Regenhosen und schlussendlich sogar Überzugschuhe. Dann bestätigt sich auch wieder der Spruch, dass es kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Bekleidung gibt. Ist wirklich so!

Wieso jetzt aber plötzlich ein E-Bike? Ganz einfach – Schwitzen. Wenn man an einem Ort ohne Duschmöglichkeit und mit diversen Steigungen auf dem Weg arbeitet, ist dies ein ganz leidiges Thema. Vor allem im Sommer kann man noch so langsam treten, man fängt nach spätestens 10 Minuten an zu schwitzen. Und hört nicht mehr damit auf. Variante 1: Ersatzkleider und Deodusche. Variante 2: Tretunterstützung. So habe ich mich für Variante 2 entschieden.

specialized turbo s e-bike akku

Der Akku ist perfekt in den Rahmen integriert. Keine störenden Riesenklötze lieblos am Rahmen angeklebt. So muss es sein.

Faszination Speed!

Vor dem Specialized Turbo bin ich schon ein paar Mal testhalber mit E-Bikes gefahren. Die Kraftunterstützung war immer nett anzufühlen, aber der will-haben Effekt war nie da. Bis ich im Bergwerk in Horw das erste Mal eine Runde mit dem Specialized Turbo drehen durfte. Mit Vollgas eine Steigung hochfahren, ohne grosse Anstrengung. Und mit 45 Sachen geradeaus. Als wärs nix. Dazu ist das Ding sehr agil und reagiert auf jede kleine Lenkbewegung. Die knapp 25 kg merkt man in dem Moment gar nicht mehr. Besonders faszinierend ist es jeweils zu sehen, wie man im dichten Feierabendverkehr vorwärts kommt. Die ganze Welt rundherum scheint sich nur noch in Zeitlupe zu bewegen, mit dem Turbo fliegt man förmlich an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbei.

Dies ist dann aber auch der erste Knackpunkt. Das Umgewöhnen von einem „normalen“ Citybike aufs Turbo braucht schon eine gewisse Zeit. Man muss die Automatismen, welche man sich über die Jahre angeeignet hat, komplett auf das neue Tempo anpassen. Höchste Konzentration ist gefordert! Viele andere Verkehrsteilnehmer (vor allem durch elektronische Spielzeuge abgelenkte Autofahrer) rechnen niemals damit, dass ein Velofahrer überhaupt so schnell unterwegs sein kann.  Und plötzlich sind alle anderen Velofahrer (auch mit Rennvelos, E-Bikes, egal womit) nur noch stehende Hindernisse auf dem Weg von A nach B.

specialized turbo s e-bike saddle

have a seat

Specialized Turbo S Aufbau

Specialized M5 Aluminium Rahmen
Superstabiler Rahmen mit integriertem Akku, der locker zum Laden entfernt werden kann. Bocksteif und sehr zuverlässig. Nicht unbedingt geeignet für jemanden, der ein fluffiges Fahrgefühl sucht. Das Turbo ist eine reine Vollgasmaschine!

Turbo_LadenRahmen

Zum Laden müsste man den Akku nicht mal entfernen. Einfach die Abdeckung öffnen und das Ladegerät anschliessen. Und damit man den Deckel nicht verliert, ist das Ding magnetisch. Sehr clever!

Formula R1s 180mm Bremsen
Formula Bremsen halt. Waren schon früh auf dem Markt, aber halt immer sehr laut. Immerhin hat die R1 eine erstaunlich gute Bremskraft, aber wie immer bei Formula mit markerschütterndem Quietschen. Ich frage mich noch immer, wer bei Specialized sich für Formula entschieden hat. Nur wegen der ReGen Funktion? Die 2016er Modelle haben jetzt Shimano XT Bremsen, da werden sich wohl noch mehrere Leute über das Hochfrequenzkreischen der Bremsen beschwert haben. Das bringt man übrigens auch nicht mit anderen Belägen weg, nur so als Hinweis.

Wie immer ganz edles Design bei Formula. Der Bremshebel ist sehr sehr angenehm.

Wie immer ganz edles Design bei Formula. Der Bremshebel ist sehr sehr angenehm.

Specialized Electrak Armadillo Reifen
Die komplette Überraschung. Ich wollte die Reifen eigentlich schon am Anfang durch Schwalbe Marathons ersetzen. Aber diese Reifen halten wirklich sensationell. Grip ohne Ende und sogar bei Nässe keine Probleme. Inzwischen liebe ich diese Reifen und würde die auch an jedem anderen Citybike montieren.

 specialized turbo s e-bike

Perfekt integriert: Akku schön im Unterrohr versteckt.

– 504 Wh Akku

Der Akku hat im Vergleich zum Vorgängermodell 1/3 mehr Leistung. Ist aber noch immer sehr knapp für viele Zwecke. Wenn man ein solches E-Bike zum Pendeln einsetzt, sollte ein Weg nicht länger als je 15km sein. Ansonsten gibts eine anstrengende Heimfahrt. Der neue Akku des 16er Modells hat 691 Wh, also nochmals knapp 40% mehr Leistung. Vielleicht reicht dies, um den Akku nicht jeden Tag nach oder sogar während der Arbeit laden zu müssen. Das Laden ist übrigens sehr komfortabel. Falls man die Möglichkeit hat, kann man das Turbo gleich den Strom hängen. Abdeckung am Rahmen wegnehmen und anschliessen. Das Abnehmen des integrierten Akkus ist übrigens auch ein Kinderspiel. Schlüssel drehen und Akku rausnehmen. Fertig. Und nach dem Laden in den Rahmen einführen und einclicken. Ist für mich bisher die beste Lösung bei integrierten Akkus.

– GoSwiss Drive 250W (700W Peak) Motor

Im Vergleich zu den meisten anderen E-Bike Motoren geht der GoSwiss Motor des Turbo S ab wie Nachbars Lumpi. Vollgas schon beim Antritt. Bis ca. 35 km/h geht das Ganze ohne grossartige Anstrengung. Einfach reintreten und los gehts. Das ist wahrscheinlich auch das Suchtpotential des Turbo S. Es schiebt einfach nach vorne, ohne dass man ins Schwitzen kommt. Ab 40 km/h sieht es dann schon anders aus, pushen ist angesagt. 45 km/h benötigt schon beherzten Einsatz. Aber wer sich längere Fahrten mit Stollenreifen auf Asphalt gewohnt ist, der schafft das ohne Probleme. Einfach mit bissel mehr Anstrengung.

Turbo_Hinterrad specialized turbo s e-bike motor

Ein Riesenmotor im Hinterrad integriert. Schön flüssige Beschleunigung ohne Ruckler.

SRAM X0 Schaltung

Gewohnt zuverlässig, X0 halt. Am Bike ist eine 1×10 Schaltung montiert, welche in jeder Situation die richtige Abstufung bietet. Auch nach 10’000 km funktioniert die Schaltung ohne Probleme. Und das sogar ohne grosse Pflege.

Turbo_XO

nach 10’000 km mit Salz und Dreck und Wasser funktioniert die Schaltung noch immer tadellos

Supernova Beleuchtung
Dieses Licht ist wirklich so hell wie ein Stern. Wenn man öfter Lichthupen erhält oder sich Fussgänger und andere Velofahrer die Augen verdecken weiss man, dass das Velolicht genügend hell ist. Die Supernova Lampen sind echt genial, man wird von allen Verkehrsteilnehmern genügend früh bemerkt und sieht auch selber immer genug, auch auf komplett dunkeln Strassen. Diese Lampen sind ein einer komplett anderen Dimension als gewöhnliche Velolichter.

Turbo_Supernova specialized turbo s e-bike

Supernova

 

She’s got the look

Das Specialized Turbo S ist für ein E-Bike ein echter Augenschmaus. Dieser Markt wird noch immer von Modellen dominiert, wo ein Standard Citybike einfach mit einem Motor erweitert wird. Deshalb sehen viele Räder auch so aus, als wären sie vom Arzt verschrieben worden. Mit Augenkrebsgarantie. Nicht so das Turbo. Dieses Rad wurde von Anfang an als E-Bike konzipiert. Der Akku ist perfekt in den Rahmen integriert, die Felgen sind auf die höheren Belastungen und das grosse Gewicht abgestimmt, ebenso die Reifen. Bei den profillosen Reifen war ich am Anfang sehr skeptisch, wie sich diese im Alltag bewähren würden – inzwischen bin ich komplett begeistert davon!

Tubo-Vorne specialized turbo s e-bike

Fahrmodi

Turbo Modus (bis 45 km/h)

Genau wegen diesem Modus kauft man sich dieses Rad. Am Anfang ist es fast surreal. Das Turbo springt förmlich nach vorne. Muss man erlebt haben. Macht brutal süchtig. Ein enormer Antritt und permanente Beschleunigung bis etwa 35 km/h. Danach muss man aber richtig in die Pedale treten, um konstant 40-45 km/h zu fahren. Wer mit motorlosen Velos auch schnell fährt, hat damit aber keine Probleme.

Eco Modus (bis 25 km/h)

Auf geraden langen Strecken ohne Ampeln und Stoppschilder ist das eine prima Möglichkeit, um Strom zu sparen. So kann man auch im Katalog irrwitzige Distanzangaben drucken. Aber schlussendlich habe ich diesen Modus bisher fast immer nur dann verwendet, wenn der Akku unter 20% fällt und automatisch auf Eco schaltet. Dann kommt der Punkt, wo man denkt, der Motor sei defekt oder man habe einen Platten. Die letzte Power fehlt einfach.

ReGen Modus (Rekuperationsmodus -> Aufladen des Akkus beim Fahren)
Darauf war ich sehr gespannt. Diese Technik gibt es schon länger bei Autos und Motorrädern, um die Bremsenergie in Power für die Batterie umzusetzen. Dieser Modus schaltet sich automatisch ein, wenn die Hinterbremse betätigt wird. Ob der Akku dabei wirklich geladen wird, ist dann ein grosses Mysterium, jedenfalls beim Bremsen. Den ReGen Modus kann man übrigens auch via Display direkt ansteuern. Wenn man längere Strecken bergab fahren muss, ist das wirklich sehr praktisch. Dieser Modus erzeugt dermassen grossen Widerstand, dass man bei Kurven nicht wie ein Irrer in die Eisen steigen muss. Aber das Bike rollt trotzdem ausreichend. Bei 25 kg merkt man sonst bergab das Gewicht des Turbo in engen Kurven sehr deutlich. Aber wie gesagt, dieser Modus macht nur Sinn, wenn man recht lange und nicht zu flache Strecken runterfährt.

specialized turbo s e-bike display

Super Funktion. Nach 9999 km schaltet das Display auf 0 und bleibt auch so. Man kann das Turbo also nach zwei Jahren als nigelnagelneu verkaufen.

Theorie vs Realität

Reichweite

Als Reichweite gibt Specialized 80 km im Eco Modus und 50 km im Turbo Modus an. Das ist etwa genau so realistisch wie die Verbrauchsangaben der Autohersteller. Vielleicht erreicht ein magersüchtiges Model diese Distanzen in Holland. Bei Rückenwind. In der Praxis habe ich bisher noch nie mehr als 32 km im Turbo Modus geschafft. Dazu ist zu sagen, dass bei einem Akkustand von weniger als 20% automatisch in den Eco Modus geschaltet wird. Dieser liegt standardmässig bei 30%, ich habe ihn aber auf 60% einstellen lassen, da ich im 30% Sparmodus noch langsamer war als mit einen normalen Citybike ohne Motor. Und das ist ja echt nicht der Sinn eines solches Vehikels.

Energierückgewinnung (ReGen)

Die Möglichkeit, den Akku beim Bremsen oder bei längeren Abfahrten wieder aufzuladen, tönt sehr praktisch. Ist aber mehr Marketinggeschwätz als eine sinnvolle Funktion. Ich habe hier mal die Probe aufs Exempel gemacht und geschaut, wie effizient die Energierückgewinnung in der Praxis funktioniert. 5 km Aufstieg mit 550hm (und diversen Pausen wegen Überhitzung), Akkuverbrauch 60%. Bei der Abfahrt hat sich der Akku wieder um gewaltige 4% gefüllt. Man müsste also 125 km und fast 14000 hm am Stück runterfahren können, um den Akku in diesem Modus komplett aufladen zu können.

Überhitzung

Ich habe anfänglich geglaubt, ich könne mit dem Turbo auch längere Steigungen überwinden – ein Trugschluss. Erstens leert sich der Akku schneller, als man auf die Anzeige schauen kann. Noch übler ist allerdings, dass der Motor nach weniger als 300hm Aufstieg überhitzt und danach seinen Dienst verweigert.  Man müsste den Motor wirklich längere Zeit abkühlen lassen, damit man nachher wieder normal weiterfahren kann. Fahren ohne Motor ist beim Turbo übrigens wirklich keine Option. Es ist nicht einfach ein kleines Bitzeli strenger, sondern die Hölle. Vor allem weil der bleischwere Motor im Hinterrad nicht sonderlich hilfreich dabei ist. Die 2016er Version des Turbo hat scheinbar grössere Kühlrippen, die diesem Problem entgegenwirken sollen. Vielleicht kann ja mal jemand die Probe aufs Exempel machen und dies testen.

Bananenprodukt oder die Crux mit der Elektronik

Ein Bananenprodukt ist ein Produkt, das beim Kunden reift. Oder anders ausgedrückt, man liefert Produkte an Kunden aus, um diese dann mittels Updates oder Austauschprogrammen in einen zuverlässigen Zustand zu bringen. Da das Speci Turbo zuvor schon 3 Jahre auf dem Markt war, hoffte ich, ein bewährtes und durchdachtes Produkt zu erhalten. Und vor allem ein sorgenfreies ohne Probleme. In 99% der Zeit macht das Turbo auch keinerlei Zicken, aber leider hat mich die Technik schon ein paar Mal komplett auf die Palme getrieben.

  • 6 x Display defekt
  • 1 x komplettes Hinterrad mit Motor ausgetauscht
  • 1 x ganzen Kabelbaum im Rahmen ersetzt
  • 1 x Ladegerät ausgetauscht.
specialized turbo s e-bike motor antrieb

Dort war mal eine Speichenaufnahme. Jetzt ein Loch. Statt der Speiche bricht die Aufnahme. Das Rad wurde dann komplett ersetzt.

Fehlerquelle Nr. 1 ist das Display. Ohne Display geht nix, das ist beim Turbo eine Art Schaltzentrale. Und das Display ist pro Jahr 3 x kaputt gegangen. Komplettausfall, Wasser im Display, rätselhafte Störungen, spontanes Wechseln in andere Fahrmodi, verschwinden der Anzeige etc etc. Die Displays wurden jeweils unkompliziert auf Garantie ersetzt. In meinen knapp zwei Jahren mit dem Turbo wurden so insgesamt 6 Displays getauscht. Solange man Garantie hat, ist das einigermassen verschmerzbar. Aber danach wird es echt teuer, wenn man im Schnitt alle 1500 km ein neues Display benötigt. In den zwei Jahren mit dem Turbo habe ich z.B. 4 x einen Reifen gewechselt und 8 Paar Bremsbeläge. Wenn man das Display öfter wechseln muss als bekannte Verschleissteile ist das echt kein gutes Zeichen.

Aktuell hat mein Display auch wieder mal keine Anzeige, aber das Velo fährt noch. Es wird langsam Zeit für Nummer 7.

Die beiden gröbsten Ausfälle bisher waren dann elementar. Es musste wegen Wackelkontakten der ganze Kabelbaum ausgetauscht werden. Zudem musste dann auch noch der ganze Motor getauscht werden, da ich nach einem Schlagloch plötzlich mehrere lose Speichen hatte. Normalerweise können dann Speichen einfach ausgetauscht werden. Nicht aber in meinem Fall. Hier ist die Verbindung von Nabe und Speiche an drei Stellen gebrochen. So gab es gleich ein komplett neues Hinterrad.

Mechanische Probleme während dieser Zeit: keine. Ausser man bezeichnet quietschende Formula Bremsen als mechanisches Problem. Das ist eher der Normalzustand bei Formula. Seit 20 Jahren.

Die Lebensader und Schaltentrale des Turbo. Damit kann man zwischen verschiedenen Einstellungen wechseln und Infos wie Tagesstrecke abrufen

Die Lebensader und Schaltentrale des Turbo. Damit kann man zwischen verschiedenen Einstellungen wechseln und Infos wie Tagesstrecke abrufen. Geht leider regelmässig kaputt.

Ich finde es eigentlich recht bedenklich, wenn ein teures Produkt, welches als zuverlässiges Pendlertransportmittel propagiert wird, noch so viele Kinderkrankheiten hat. Vor allem bei einem elementaren Teil wie der Schaltzentrale (Display). Warum ein solches Ding nicht zuverlässiger machen kann ist mir ein Rätsel. Dass dies aber kein exklusives Problem von Specialized ist, haben mir schon viele Besitzer ähnlich teurer Pedelecs von Stromer und anderen Marken zur Genüge bestätigt. Elektronikausfälle en masse, Motoren & Akkus ausgetauscht etc etc. Dass solche Austausch- und Reparaturaktionen viel Geld kosten versteht sich von selbst. Es ist mir schon klar, dass solche Fehlerquellen mit den Jahren ausgemerzt werden und die Kunden dann irgendwann mal ein problemlos funktionierendes und langlebiges Produkt erwerben können. Aktuell sind wir aber noch weit von dieser Situation entfernt. Besitzer von 45 km/h Pedelcs müssen sich glaub noch länger in Geduld üben und wohl oder übel Betatester spielen.

specialized turbo s e-bike

Komplett Alltagstauglich mit Schutzblechen, fettem Schloss. Und Töfflinummer.

Service & Support

Bei einem pannenanfälligen Produkt ist schnelles Handeln gefragt. Beim Thema Service trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Endlose Diskussionen oder schnelle Hilfe. Da ist man froh um einen super Bikeshop. Remo vom Bergwerk in Horw hat immer gleich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Turbo wieder fahrtüchtig zu machen. Danke danke danke danke!!! Deshalb: ein E-Bike immer bei eurem Händler des Vertrauens kaufen. Da werden Sie geholfen (Internetkäufer haben sicher viel Freude, das Teil 3x jährlich in der Weltgeschichte herumzuschicken).

Aber auch ein Händler ist auf einen zuverlässigen Lieferanten angewiesen. Manche Hersteller lassen die Kunden da ziemlich im Regen stehen. An dieser Stelle muss ich Specialized ein ganz grosses Kränzchen winden. Display defekt? Da wird ein neues geschickt. Kabelbaum defekt? Wird prompt geliefert. Hinterrad am Arsch? Ersatz ist auf dem Weg. Das ist der grosse Unterschied zwischen einer Bastelbude und einem grossen serviceorientierten Unternehmen mit geregelten Garantieabläufen. Sie wissen, was der Kunde erwartet und liefern. Keine Diskussionen. Dies macht das Warten eines genervten Kunden doch schon einfacher. Und wie man bei den neuen Modellen sieht, wurden schon diverse Teile verbessert (z.B. Bremsen, Motorkühlung, Akku). Ist natürlich auch in ihrem wirtschaftlichen Interesse. Wenn alle so viele Materialschäden haben wie ich, kann das in der grossen Masse der Käufer schon recht kostspielig werden. Vom Vertrauensverlust in die Technik mal ganz abgesehen.

specialized turbo s e-bike akku start power knopf

Gentlemen, start your engines. Damit erweckt man das Turbo zum Leben.

Fazit

Auch wenn in den letzten 15 Monaten das eine oder andere kleinere und grössere Problem mit dem Turbo aufgetaucht ist, überwiegen doch die Begeisterung und die Freude noch immer. Auch bei den Mountainbikes hat es Jahre gedauert, bis endlich langlebige und brauchbare Lösungen auf den Markt gekommen sind. Und heute kann man sehr gute und auch sehr zuverlässige Bikes ab Stange kaufen und sich jahrelang daran erfreuen. Bei den E-Bikes und Pedelecs wird dieser Punkt auch irgendwann erreicht sein. Wenn sich jetzt weitere grosse und erfahrene Firmen wie Shimano und Maxon an dieser Entwicklung beteiligen, weckt das grosse Hoffnung für die Zukunft dieser Technologie – und natürlich in deren Zuverlässigkeit.

Würde ich das Specialized Turbo nochmals kaufen? Vermutlich schon, auch wenn es eine Hassliebe ist. Solange das Ding fährt ist es sensationell. Und wenn nicht der komplette Frust. In der Gesamtsumme ist es aber noch immer das beste und auch schönste E-Bike. Und es macht unglaublich viel Spass!

Ich liebe das Biken. Und doch gibt es Momente, wo ich mein Bike am Liebsten in die Botanik schmeissen würde.

Ein wunderschöner Frühsommertag. Ich treffe mich mit Freunden für einen gemeinsam Biketag an unserem Hausberg. Schon am Abend zuvor bereite ich meine sieben Sachen vor und freue mich tierisch auf einen geilen Tag auf dem Bike. Wir treffen uns alle am vereinbarten Ort und fahren los, mit einem dicken Grinsen und der Morgensonne im Gesicht. Wie immer haben wir viel zu bereden und zu lachen, was die Strapazen beim Hochpedalieren meistens erheblich lindert. Kaum fängt die erste Steigung an, ziehen die lieben Mitfahrer gemütlich plaudernd weg und ich werde zum hechelnden Schlusslicht. „Kein Problem“ sag ich mir, „heute bin ich nicht so fit, das gibt es halt manchmal.“ Senke den Kopf und versuche in ein gleichmässiges Tempo zu verfallen.

Aber der Tag ist verhext: Meine Kette gibt nervende Geräusche von sich, meine Bremsen schleifen und meine Atmung wird immer schwerer, obwohl ich im leichtesten Gang fahre. Langsam sinkt meine Laune in den Keller. Meine Begleiter bemerken meinen Kampf und lassen sich zurückfallen, denn das macht man schliesslich so unter Freunden. Keiner ist im Stress und der gemeinsame Genuss steht im Vordergrund. Als ich sie langsam, aber schwer atmend etwas aufhole, sehe ich, dass sie keine Schweissperlen an der Stirn haben, nicht so schwer atmen wie ich, sondern gemütlich miteinander schwatzen, als würden sie gerade in einer Gartenbeiz sitzen. Meine Laune sinkt weiter und ich lass mich absichtlich noch mehr zurückfallen, weil ich ihnen die Stimmung nicht vermiesen will. Schöne Aussicht? Tolles Wetter? In diesem Moment ist mir das sowas von egal.
Innerhalb einer Stunde wurde aus einem coolen Biketag ein kleiner Albtraum. Nicht nur für mich, sondern auch meine Freunde, die sich mit meiner schlechten Laune abgeben müssen.

Dabei liebe ich diesen Sport. Warum also wechselte meine Stimmung von „Juhui, wir gehen Biken!“ zu „Verdammter Scheiss, verdammter! Biken ist scheisse!“?

schweinehund motivation mtb mountain bike

So stellen wir uns das doch immer vor? Perfekter Tag und alle sind happy. Well, you can’t always get what you want.

Der Grund ist mein innerer Schweinehund. Wie oft habe ich ihn den Berg hochgeprügelt? Wie viel Zeit habe ich damit verbracht, ihn stark und zielstrebig zu machen? Und nun fällt er mir in den Rücken…

Das Problem liegt weder an meinen Freunden, meinem Bike oder meinem aktuellen Fitnesslevel – der Grund für meine miese Laune bin ich. Ich und meine Vorstellung von mir selbst. „Letzten Monat fuhr ich diesen Anstieg im dritten Gang stehend“, „Normalerweise brauche ich für diesen Aufstieg 30 Minuten“ ..solche Aussagen resultieren aus einer Erwartungshaltung. Erwartungshaltungen sind nichts anderes, als ein hohes Mass an Anforderungen. Es ist eine positive Einstellung, mit der man höhere Ziele erreichen kann. Jedoch kann es auch negative Auswirkungen haben, wenn man sich zu sehr darauf fixiert. Vor Allem wenn es mal nicht so läuft, wie man gerne hätte. Dann ist das Glas nämlich halb leer und das führt zu einem unguten Gefühl, bis hin zur Enttäuschung. Genau wie in meinem Fall, wo ich mich mit meiner aktuellen Situation nicht abfinden konnte, weil ich mich wie ein Anfänger und untrainierter Sesselpupser fühlte.

innere schweinehund

Es will mal nicht so wie du gerne hättest? Kein Grund, gleich die Hände in die Luft zu werfen.. Relax. Calm down. Enjoy.

Aber warum ist denn das so schlimm? Kann ich jetzt diesen Tag nicht geniessen, nur weil er nicht meinen Anforderungen entspricht? Das wäre ja dumm.
Trotzdem zwingt mich mein innerer Schweinehund zu höheren Leistungen, weil er genau dafür da ist – deshalb wurde er ja so stark. Hohe Ziele und persönliche Weiterentwicklung in allen Ehren, aber wenn ich deswegen keine Lust mehr auf Biken habe, läuft was falsch. Sich da wieder zurückzunehmen und nach ein paar mal tief durchatmen wieder locker zu werden, fällt einem nicht leicht. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft sind wir praktisch darauf getrimmt und es fällt uns schwer, diese Konditionierung loszulassen. Aber genau das ist die Lösung, wenn man an einem solchen Punkt ankommt. Bin ich so viel glücklicher, wenn ich nicht der Letzte in der Gruppe bin? Bin ich so viel glücklicher, wenn ich das gesetzte Ziel erreiche? Oder habe ich mehr davon, wenn ich es einfach geniesse, dass ich heute auf dem Bike sitzen kann, dass ich überhaupt ein Bike besitze und dass wir einen solch wunderschönen Tag geschenkt bekommen haben, um gemeinsam mit Freunden die Natur und das Erlebnis zu gniessen?

Oft sehe ich ein solches Verhalten an unseren Bikekursen, wenn gewisse Teilnehmer die Hände in die Luft werfen und sich selbst verfluchen, weil sie wissen, dass sie die Hürde ’normalerweise‘ meistern können, es aber momentan nicht geht – aus welchen Gründen auch immer. Der Grund liegt meistens darin, dass wir zu viel überlegen. Du kommst einen Trail runter, mit einem guten Tempo, mit viel Spass und voll im Flow. Du siehst die Hürde, fährst drüber hinweg und das Thema ist gegessen. Grinsen im Gesicht, Endorphine sprudeln: Die Welt ist in Ordnung.

Sich aber den Tag zu vermiesen, weil man heute kurz vor dem Hindernis ständig in die Eisen steigt und es auch nach mehrmaligen Anlauf nicht schafft, ist einfach nicht förderlich. Es geht um den Spass, den wir haben, nicht die Ziele die wir erreichen. Will es nicht klappen, dann bringt es auch nichts, wenn man mit der Brechstange dahinter geht – auch wenn man es danach unfallfrei übersteht, hat man ’nur‘ den Status Quo aufrecht erhalten und davon wurde noch keiner übermässig happy. Deshalb braucht es auch einen Punkt, wo man in sich geht, ein paar mal tief durchatmet und es gut sein lässt.

Am erwähnten schönen Frühlingstag, wo ich das Biken, meine Freunde und die ganze Welt drum herum verflucht habe, hatte es zum Glück noch funktioniert. Nach einer fünfminütigen Zwangspause und einem nicht ganz netten „Mann, jetzt nimm dich mal zusammen!“ zu mir selbst, konnte ich mich beruhigen und fuhr den Rest des Aufstiegs im Rentnertempo. Die anderen mussten zwar eine gute Viertelstunde oben auf mich warten, aber ich kam mit einem Grinsen oben an und musste nicht gleich kotzen. Der Tag war gerettet und ich konnte die Aussicht, die Gesellschaft und auch die Abfahrt geniessen. Gut, dass ich meinen inneren Schweinehund zum Schweigen bringen konnte.

schweinehund

Bei äusseren Einflüssen lassen wir uns ja auch nicht so runterziehen.. warum sind wir also so hart zu uns selbst? – Reifenmassaker Finale Ligure 2014

Vielleicht denkst du das nächste Mal an meine Worte und lässt die fünf mal gerade sein. Ein verschenkter Tag kommt nicht zurück und du tust weder dir noch deinen Freunden einen gefallen, indem du deinen Schweinehund raushängen lässt. Nutze den Tag.

Urban Bike Festival

Die Schweiz hat ein neues Velofestival: Vom 1. bis 3. April 2016 findet in Zürich das erste Urban Bike Festival statt. Jährlich wiederkehrend sollen während dreier Tage die urbane Velokultur, moderne Mobilität und der dazugehörige Lifestyle thematisiert und zelebriert werden. Das vielfältige und umfangreiche Programm beinhaltet Velo-Expo, Velotests, Pumptrack, Mini Drome, Laufradrennen für Kinder, Shows und Partys.

urban bike festival 2016 zürich

Veranstaltet wird das Festival von den Verantwortlichen der Bike Days in Solothurn. Das nationale Velofestival ist seit Jahren fester Bestandteil im Sport- und Freizeitkalender und begeisterte vergangenes Jahr 27’500 Besucher. «In Solothurn liegt der Schwerpunkt auf dem Mountainbike, dem Velo als Sportgerät und Teil des touristischen Angebots. Am Urban Bike Festival soll der Fokus auf dem Velo als Ausdruck eines urbanen Lifestyles, als Fortbewegungsmittel im Berufsalltag und der Freizeit liegen», erklärt OK-Präsident Erwin Flury den Inhalt des neuen Festivals.

Dabei sei jedoch betont, dass es nicht darum geht, das Velo zu verherrlichen und Autos zu verteufeln. Das Festival richtet sich keineswegs gegen andere Verkehrsmittel. Gerade auch unter Einbezug der Stadt Zürich und deren Strategie «Stadtverkehr 2025» soll das Velo als Teil einer vielseitigen und komplexen Mobilität behandelt und thematisiert werden.

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Durchmischtes Programm für ein durchmischtes Publikum
Auf dem Turbinenplatz – mitten im Trendquartier Zürich-West – da wo Alt auf Neu trifft – kommt das Eventgelände des Urban Bike Festival zu liegen. Hier begegnen sich verschiedene Arten von Mobilität und Lebensstilen: Velo trifft auf Fussgänger, Tram auf Auto, Banker auf Partygänger, Familie auf Student, Trendbeiz auf Grossfirma – so breit diese Palette ist, so vielfältig soll auch das Festivalpublikum sein. Zwischen Bahnhof Hardbrücke und Escher-Wyss-Platz ist es optimal erschlossen. Darüber hinaus sorgen verschiedene Aktivitäten und Programmpunkte dafür, dass die ganze Stadt als Spiel- und Veranstaltungsort miteinbezogen wird. So zum Beispiel am sonntäglichen City Ride: Die Veloparade entlang einer geführten Route lädt dazu ein, gemeinsam Zürich neu zu entdecken.

urban bike festival 2016 zürich

Umfangreiche Velo-Expo mit Testmöglichkeiten
Das Veranstaltungszentrum befindet sich im Schiffbau und auf dem Turbinenplatz. In der Halle und im Foyer des Schiffbaus präsentieren ausgewählte und inhaltlich durchmischte Aussteller aus der Velobranche ihre aktuellen Produkte von City- und E-Bike über Fixie, Rennrad, Cargobike und Faltrad bis zum Kindervelo,  von Bekleidung über Accessoires und Zubehör bis zum Veloanhänger. In den Urban Bike Pavillons auf dem Turbinenplatz findet sich eine Vielzahl an Testbikes aller Art. Eine 1,2 Kilometer lange, ausgeschilderte Teststrecke führt die Besucher, grösstenteils auf Velowegen der Stadt, durch das urbane Quartier Zürich-West.

Stadt Zürich informiert über Mobilität und Sicherheit
Die Stadt Zürich hat dem Festival ihre Unterstützung zugesichert. Mit der Strategie «Stadtverkehr 2025» und dem darin enthaltenen Masterplan Velo hat sich die Stadt Zürich die Förderung des Veloverkehrs und den Ausbau der Veloinfrastruktur zur Aufgabe gemacht. Sie wird die Plattform Urban Bike Festival nutzen um wichtige Elemente wie Mobilität, Sicherheit und Infrastrukturen zu thematisieren. Für Stadtrat Filippo Leutenegger kommt den Zweirädern eine wichtige Rolle zu: «Sie sind auf kurzen und mittleren Strecken ein ideales städtisches Verkehrsmittel. Der massive Ausbau von Zweiradstationen direkt bei den grossen Zentren des öffentlichen Verkehrs erhöht zudem die Attraktivität der Velos markant und entlastet die Strassen in den Hauptverkehrszeiten.»

urban bike festival 2016 zürich

Ein nachhaltiges Festival zu einem nachhaltigen Thema
Das Velo und besonders die Bereiche des Velos, die durch das Urban Bike Festival abgedeckt werden, sind und bleiben äusserst attraktiv. Der Markt rund um das Velo zeigt sich unersättlich. Laut der Statistik von velosuisse zum Fahrradmarkt Schweiz werden jährlich über 300’000 Velos verkauft, davon die Hälfte für den Sportbereich, die andere Hälfte als Alltags- und Freizeitvelos.
Die Themen Bewegung, Gesundheit und Fitness sind so aktuell wie nie. Laut der BASPO-Studie «Sport Schweiz 2014» nimmt die Sportaktivität der Schweizer Bevölkerung weiterhin zu. Velofahren ist dabei nach dem Wandern die zweitbeliebteste Sportaktivität. Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gibt an, sich regelmässig auf’s Fahrrad zu setzen. Vielversprechende Zahlen, die einen gelungenen Auftakt verheissen!

 

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Mythos Alpenüberquerung – jährlich wagen sich Tausende auf die Strecken, um die höchsten Berge Europas aus eigener Kraft zu bezwingen. Die BIKE Transalp führt die Teilnehmer zum Beispiel vom 17. bis zum 23. Juli durch die Alpen; sieben Tage, 520 Kilometer und 17.750 Höhenmeter warten auf die 1.200 Starter aus 40 Nationen. Ein Stopp auf der Route wird Bormio sein. Der altehrwürdige Thermalort gilt als Geheimtipp für alpine Freerider und ist viel mehr als nur ein kurzer Halt auf dem Weg nach Süden.

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Es gibt drei Dinge, die Bikern rund um Bormio sofort in die Augen fallen: das Ortler-Massiv, das mit seinen fast 4.000 Metern über der Landschaft thront, die beeindruckende Passstraße auf das Stilfserjoch, und die Trails, die sich wie ein Netz an den Hängen des Nationalparks entlang ziehen. Ursprünglich waren viele von ihnen Nachschubwege für den Kampf im Ersten Weltkrieg, die nach und nach freigeräumt und für Biker nutzbar gemacht wurden. Nun ist die Region das Revier für Abenteurer und Fans hochalpinen Nervenkitzels. Auf manchen Strecken kommen sie den Gletschern zum Greifen nahe, das Gelände ist oft technisch anspruchsvoll und die Luft dünn. Dafür werden sie belohnt mit Trails vom Feinsten, einer perfekten Infrastruktur und Thermalbädern zur Entspannung.

bormio stilvio stilfserjoch

Die BIKE Transalp-Teilnehmer dürfen sich auf zwei Etappen rund um Bormio freuen. Die vierte Etappe am 20. Juli führt auf wunderschönen Trails und knackigen Anstiegen von Livigno nach Bormio. Über den Passo Alpisella geht es zum Umbrailpass, wo der Singletrail zur Bocchetta di Forcola führt. Dieser Abschnitt ist mit 2.768 Metern Höhe und einem grandiosen Rundumblick das Dach der Transalp. Die fünfte Etappe von Bormio nach Mezzana am 21. Juli fordert den Bikern dann alles ab, denn sie ist die sportlich anspruchsvollste der Transalp.

Natürlich kann das Etappenrennen nicht das gesamte Bike-Revier rund um Bormio zeigen. Wer sich ein paar Tage extra Zeit nimmt, findet hier ein Angebot der Extraklasse. Eines der Highlights in der Region ist der Trail vom Stilfserjoch zur Bocchetta di Pedenolo; einige Teile davon erleben auch die Transalp-Teilnehmer. Nach dem Start wartet eine Kulisse wie aus einem Hochglanz-Reiseführer auf die Mountainbiker. Dann geht es über Kehren zum Umbrailpass und über einen Singletrail weiter zur Bocchetta di Forcola. Nur sehr versierte Mountainbiker werden das schaffen, ohne einmal absteigen zu müssen. Weiter unten in Richtung Bocchetta di Pedenolo (2.703 Meter) wird das Gelände etwas einfacher, das Panorama jedoch nicht weniger beeindruckend. Die Schwierigkeit zieht noch einmal etwas an, bevor man auf die Straße in Richtung Stilfserjoch stößt.

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Ebenfalls hoch hinaus geht es auf der Freeride-Strecke „Bormio 3000“. Die Seilbahn übernimmt den Anstieg zur Cima Bianca auf 3.012 Metern. Bei der Abfahrt nach Santa Caterina ist gute Technik angesagt. In die flowigen Trails mischen sich immer wieder anspruchsvolle Schlüsselstellen. Belohnen kann man sich nach dieser morgendlichen Herausforderung in einer der drei Thermen: in der QC Terme Bagni Nuovi, im Bagni Vecchi oder in der Bormio Terme.

Für ein Erinnerungsfoto mit Murmeltier und Steinbock geht es von Bormio ins Zebrùtal, wo die unberührte Natur des Nationalparks Stilfserjoch lockt. Entlang der beeindruckenden Ortler-Bergkette führt der Weg durch die epische Landschaft mit ihren typischen Pinienwäldern.

Es lohnt sich also allemal, den BIKE Transalp Etappenort genauer kennenzulernen. Für Mountainbiker, die die Region unabhängig von einer Alpenüberquerung entdecken wollen, eignet sich der Alta Valtellina Bike Marathon hervorragend. Den 30. Juli sollten sich alle passionierten Mountainbiker mit einer Schwäche für überwältigendes Bergpanorama also schon einmal rot im Kalender anstreichen. Die Biker werden für ihren Einsatz mit tollen Panoramen entlang der beiden Strecken mit Start in Isolaccia Valdidentro belohnt.

Mehr Details zum Alta Valtellina Bike Marathon gibt es hier: www.altavaltellinabike.it/de/

Saalfelden Leogang, Österreich, 29. Januar 2016 – Mitten im europäischen Winter haben in Saalfelden Leogang einige der weltbesten Fahrer ein Slopestyle Finale der Extraklasse gezeigt. Szymon Godziek (POL) sicherte sich seinen zweiten White Style Sieg in Folge und verwies Matt Jones (GBR) erneut auf Platz zwei. Trickmaschine Pavel Alekhin (RUS) gewann zum zweiten Mal den Best Trick. Kurz vor dem White Style Finale fuhr der Österreicher Fabio Wibmer den Sieg beim Scott Snow Downhill Dual Race vor Österreichs Top UCI Mountain Bike Downhill World Cup Rider Markus Pekoll ein.

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Pavel Alekhin Vishneviy – Best Trick

Als sich die Zuschauer neben dem gigantischen Slopestyle Kurs in Saalfelden Leogang einfanden, hatten sie noch keine Vorstellung davon, was für ein außergewöhnliches Trickfeuerwerk sie erwarten würde. 20 Top-Fahrer aus zehn Nationen waren zum zehnten Geburtstag des White Style eingeladen. Durch ihre Platzierung im FMB World Tour Ranking waren fünf von ihnen bereits qualifiziert und weitere sieben kämpften sich durch das starke Qualifying ins Finale. Spätestens zum Ende des zweiten Runs wurde es dann richtig heiß, als die Fahrer noch einmal alles gaben.

Pavel Alekhin, der 2013 in Saalfelden Leogang bereits einen Sieg einfahren konnte, sprang mit einem großartigen Run inklusive Backflip Barspin to Tailwhip und einem riesigen Backflip Double Tailwhip zunächst auf den ersten Rang des FMB Silver Events. „Ich bin super happy, dass ich meinen Run zu Ende gebracht habe. Zuerst hatte ich Angst wegen des Backflip Barspin to Tailwhip und es war einfach super, ihn zu landen! Aber Godziek ist der Boss und Jones ist der Boss! Ihnen gehört mein größter Respekt.“

Matt Jones

Matt Jones

Dann startete der Brite Matt Jones. Er hatte bereits den Sieg vor Augen und zeigte unter anderem einen überraschenden Double Backflip sowie einen blitzsauberen 360 no Hand. Das brachte ihn zunächst auf den ersten Platz und er verwies Pavel auf Rang zwei. „Ich bin stolz, hinter Szymon auf dem zweiten Platz zu stehen. Er zeigte eine Mischung aus FMX, MTB und BMX Tricks, gewann im vergangenen Jahr und jetzt hat er seinen Triumph wiederholt. Ich freue mich für ihn. Der White Style war großartig, Leogang ist immer super. In ein paar Monaten komme ich mit Sicherheit hierher zurück zum 26 TRIX“ kommentierte Matt nach der Preisverleihung.

Obwohl er keine Ahnung hatte, wie er Matts Run noch toppen sollte, zeigte Szymon Godziek eine unglaubliche Trick-Kombo, darunter einen Frontflip Barspin, Backflip Cliffhanger und einen Cork 720 zum Schluss. Der polnische Fahrer sicherte sich damit seinen zweiten Sieg in Folge beim White Style und war überglücklich: „Ich war nach meinem ersten Run auf dem ersten Platz, bin dann aber auf Rang vier gerutscht. Als ich dann meinen zweiten Lauf startete, dachte ich mir: Ich bin hier, um zu gewinnen, und nicht weniger. Die anderen Jungs haben mich ganz schön unter Druck gesetzt, damit ich mein Bestes gebe und ich könnte mich über dieses Ergebnis nicht mehr freuen“.

Fabio Wibmer beim Snow Downhill

Fabio Wibmer beim Snow Downhill

Kurz nach dem Contest ging es direkt mit einer Best Trick Jam Session weiter. Die 2500 Zuschauer versammelten sich um das große Obstacle im Zielbereich und die Atmosphäre war reif für verrückte Tricks. Der Schwede Elof Lindh zog einen Triple Tailwhip aus der Trickkiste. Anton Thelander zeigte eindrucksvoll, warum er auch als „Cleanlander“ bekannt ist und Lukas Knopf wollte noch einen fetten Trick raushauen, nachdem er im Finale gestürzt war. Pavel Alekhin entschied schließlich den Best Trick Contest mit einem Flip Bar to Bar to Tailwhip, Szymon Godziek landete auf Rang zwei mit einem Cork 720 can-can, der bisher noch nie auf einem Mountainbike gezeigt wurde. Damit lag der Pole vor Diego Caverzasi, der einen Backflip Cliffhanger landete und sich riesig über seinen Podiumsplatz freute.

Der zehnte Geburtstag war für den traditionellen Saison Opener White Style ein großer Erfolg, findet Veranstalter Kornel Grundner vom Bikepark Leogang. „Der zehnte Geburtstag war eine sensationelle Show. Ich denke, wenn die Fahrer Punkte in den hohen Neunzigern erreichen, ist klar, dass das Level sehr hoch ist. Wir hatten eine tolle Geburtstagsparty.“

Vor dem Finale des White Style ging es auch beim Scott Snow Downhill Dual Race heiß her. Mehr als 30 Fahrer nahmen an dem Sideevent teil und wagten sich auf die Piste. Am Ende triumphierte der weltbekannte Street Trials und Downhill Rider Fabio Wibmer, der schneller ins Ziel kam als Österreichs UCI Mountain Bike Downhill World Cup Kraftpaket Markus Pekoll.

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